Die Stallpflicht wurde im Frühjahr 2017 wieder aufgehoben. Wir hoffen, dass die Massnahme in den nächsten Jahren nicht wieder ergriffen werden muss.


Aus gegebenem Anlass haben wir auf dieser Seite einige Informationen für Interessierte zum Thema Vogelgrippe und Stallpflicht in Nordrhein-Westfalen zusammengetragen.


Vogelgrippe: Stallpflicht für Geflügel in ganz NRW

Stand: 21.12.2016

Das Wichtigste in Kürze:

  • Umweltminister Johannes Remmel hat am 20.12.2016 angeordnet, die Stallpflicht für Geflügel auf ganz Nordrhein-Westfalen auszuweiten.
  • Nach mehreren Fällen von infizierten Wildvögeln wurde am 17.12.2016 im Kreis Soest in einem Putenmastbetrieb das Vogelgrippevirus nachgewiesen.
  • Das Virus stellt eine erhebliche Bedrohung für Hausgeflügel dar, gilt für den Menschen aber als ungefährlich.

Gänse und andere Haus- und Nutzvögel müssen wegen der Vogelgrippe auch in NRW in die Ställe.Bild: countrypixel / Fotolia.com

 

Nach Ausbruch der Vogelgrippe in einem Putenmastbetrieb im Kreis Soest und auf Grund der anhaltenden Seuchenentwicklung in der Wildvogelpopulation hat das NRW-Landwirtschaftsministerium die Aufstallpflicht für Geflügel flächenddeckend für ganz NRW angeordnet. Die Stallpflicht gilt für konventionelle Betriebe, Biobetriebe sowie für private Haltungen von Legehennen, Masthühner, Puten, aber auch Enten und Gänse oder sonstiges Geflügel.

Bisher galt die Stallpflicht (seit dem 15.11.2016) für Tiere in 16 Kreisen und kreisfreien Städten, die sich in Risikogebieten befanden. Zu solchen zählten beispielsweise Sammelplätze von durchziehenden Wildvögeln sowie Rast- und Ruheplätze an oder in der Nähe von Seen, Flüssen und Feuchtbiotopen

 

Der Erreger der Vogelgrippe stellt eine erhebliche Bedrohung für Hausgeflügel dar, gilt für den Menschen aber als ungefährlich. Infektionen des Menschen mit H5N8 sind bisher nicht bekannt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält auch eine Übertragung des Erregers über Eier, Geflügelfleisch und Geflügelprodukte für unwahrscheinlich.

Wichtig: Auf Hygiene bei Nahrungszubereitung achten!

Trotzdem sollte grundsätzlich auf die Einhaltung von Hygieneregeln im Umgang mit und bei der Zubereitung von rohem Geflügelfleisch und Geflügelprodukten geachtet und folgende allgemeine Hygienevorschriften beachtet werden:

  • Rohe Geflügelprodukte und andere Lebensmittel getrennt lagern und zubereiten, insbesondere wenn Letztere nicht noch einmal erhitzt werden.
  • Gerätschaften und Oberflächen, die mit rohen Geflügelprodukten in Berührung gekommen sind, gründlich mit warmem Wasser und Spülmittelzusatz reinigen.
  • Verpackungsmaterialien, Auftauwasser u.ä. sofort entsorgen.
  • Hände mit warmem Wasser und Seife waschen.
  • Geflügelspeisen gründlich durchgaren. Das bedeutet, dass für mindestens 2 Minuten eine Kerntemperatur von 70 °C erreicht werden muss.
  • Eier sollten vor dem Verzehr gekocht werden, bis Eiweiß und Eigelb fest sind, d.h. je nach Größe für mindestens 6 Minuten.

Auswirkungen auf die Kennzeichnung von Eiern

Die Stallpflicht hat auch Auswirkungen auf Haltungsart und entsprechende Kennzeichnung: Eier aus Freilandhaltung aus den betroffenen Regionen dürfen noch maximal zwölf Wochen als Freilandeier vermarktet werden – auch, wenn die Legehennen aufgrund des Erlasses im Stall stehen. Auch Eier und Geflügel aus biologischer Erzeugung dürfen weiterhin als "Bio" Ware verkauft werden. Hierbei gibt es keine zeitliche Beschränkung.

 

Quelle: Webseite Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen

Das NRW-Verbraucherschutzministerium hat ab Dienstag, dem 20. Dezember 2016,  die landesweite Pflicht zur Aufstallung von Geflügel angeordnet. Damit soll einer Ausbreitung der Vogelgrippe durch das Virus H5N8 nach NRW vorgebeugt werden. Unter "Aufstallung" ist entweder eine geschlossene Stallhaltung zu verstehen oder eine Haltung unter einem nach oben und seitlich geschlossenem Unterstand, falls eine Stallhaltung nicht möglich ist (z. B. bei Gänsen).

Seit dem 16. November 2016 gelten für alle Betriebe unabhängig von der Bestandsgröße sowie auch für Zoos, Vogelparks und ähnliche Einrichtungen Maßnahmen zum Schutz vor Ansteckung. Dazu gehören erhöhte Anforderungen an Hygiene und Desinfektion sowie das Verbot von Geflügelbörsen und Märkten sowie ähnlichen Veranstaltungen. Da auf diesen Veranstaltungen Geflügel aus verschiedenen Betrieben und Gebieten aufeinander trifft und dort ein Publikum verkehrt, das häufig in engem Kontakt zur Geflügelhaltung steht,  ist dort von einem hohen potentiellen Risiko der Erregerverschleppung im Rahmen solcher Veranstaltungen auszugehen.

Zu Fragen der Jagdausübung in den Sperr- und Beobachtungsgebieten geben die Veterinärämter der Kreise und kreisfreien Städte Auskunft.

Zur Früherkennung eines möglichen Erreger-Eintrags in der Wildvogelpopulation  werden erkrankte bzw. verendete Wildvögel amtlich untersucht. In den Risikogebieten wird das Monitoring auf Hausgeflügel ausgedehnt.

Was ist beim Auffinden eines verendeten Vogels zu tun?

Nicht jeder tote Vogel muss an der Geflügelpest verendet sein. Falls der gefundene Vogel doch infiziert ist, können Menschen und Säugetiere (z. B. Hunde oder Katzen) nicht angesteckt werden. Trotzdem: Fassen Sie den Vogel nicht an und nehmen Sie ihn nicht mit! Bitte informieren Sie das Veterinäramt Ihrer Stadt/ Ihres Landkreises oder die Polizei!  

Auswirkung auf die Kennzeichnung von Geflügelerzeugnissen:

Die Erzeugnisse in Aufstallungsgebieten können weiterhin als Produkte aus Freilandhaltung bzw. Ökolandbau vermarket werden. Bei Eiern und Geflügel aus Freilandhaltung ist dies auf 12 Wochen beschränkt, bei Fortdauer der Stallpflicht muss die Auslobung auf Bodenhaltung geändert werden. Im Ökolandbau gibt es keine zeitliche Beschränkung.

Für Betriebe außerhalb der Aufstallungsgebiete gilt die Verpflichtung zur Auslaufgewährung im Hinblick auf die Vermarktungsmöglichkeiten „Freiland“ und „Öko-Landbau“ unverändert. Wenn ein Betriebsleiter sich entschließt, seinen Bestand vorsorglich aufzustallen, können die Erzeugnisse nur als Bodenhaltungserzeugnisse vermarktet werden, denn in diesen Fällen liegt keine zwingende Voraussetzung einer veterinärrechtlichen Beschränkung zum Schutz der Gesundheit von Mensch und Tier vor. Öko-Betriebe müssen diesen Wechsel vorher ihrer Öko-Kontrollstelle anzeigen, Legehennenbetriebe zusätzlich dem LANUV im Hinblick auf die Verwendung der Printnummer nach dem Legehennenbetriebsregistergesetz.

Quelle: Webseite LANUV Nordrhein-Westfalen